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Fachtag „Digitale Gewalt – erkennen – einordnen – handeln“

Fachtag „Digitale Gewalt – erkennen – einordnen – handeln“

(v.l.) Günther Bubenitschek (WEISSER RING), OB Adrian Sonder, Michaela Burkard (bff), Susanne Brückner, Annika Klink (beide FrauenHilfe), Saskia Esken, Elvira Schäffer-Hornbach (WEISSER RING), Heike Heinzelmann (FrauenHilfe), Claus Hügel, Birgit Bihler, Jochen Link (alle drei WEISSER RING).

Die FrauenHilfe Freudenstadt e.V. und der WEISSE RING e.V. luden am 2. Juli zum Fachtag: "Digitale Gewalt - erkennen - einordnen – handeln“ ein. Vertreter*innen von Beratungsstellen, Polizei, Schulen, Ämtern und Behörden waren der Einladung zahlreich gefolgt. 

Oberbürgermeister Adrian Sonder betonte in seinem Grußwort die Herausforderung dieses Themas : „Digitale Gewalt ist kein Randphänomen, sie ist eine Realität in der Mitte der Gesellschaft. Wir müssen uns gesamtgesellschaftlich noch mehr dem Thema widmen und vor allem auch die Prävention in den Blick nehmen.“ 
Er dankte der FrauenHilfe und dem WEISSEN RING für das herausragende Engagement in diesem Bereich.

Den Impulsvortrag „Geschlechtsspezifische Gewalt in Zeiten der Digitalisierung“ mit anschließender Fragerunde hielt Michaela Burkard vom Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff). 

Anschaulich stellte sie dar, welch riesige Ausmaße dieses Phänomen inzwischen angenommen hat. Cyberstalking, Verleumdung im Internet, an der Arbeitsstelle, im sozialen Umfeld, Verschicken von gefälschten Bildern und Videos, Nachverfolgung, jede Art von Überwachung, Ausspionieren und Abfangen von Daten und vieles mehr. Die technischen Möglichkeiten werden immer vielfältiger und einfacher zu bedienen. 
Burkard betonte, die Auswirkungen und Folgen digitaler Gewalt seien mindestens genauso gravierend wie von physischer Gewalt. Dazu kommt, dass diskriminierende Bilder im Netz meist nicht mehr verschwinden.

Sehr eindrücklich erläuterte Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses „Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“, dass Deutschland beim Kampf gegen sexualisierte Gewalt noch viel zu tun habe. Nach dem Vorbild der spanischen Strategie gegen sexualisierte Gewalt sollten wirksame Strukturen für die Prävention, den Schutz und die Hilfe bei Gewalt gegen Frauen aufgebaut werden. Das umfasse Schwerpunkt-Gerichte und Staatsanwaltschaften ebenso wie eine digitale Steuerung der Zusammenarbeit aller Behörden. „Wenn eine Frau in Spanien eine Gewalttat anzeigt, dann unterliegt es nicht dem Zufall, ob sie ernstgenommen wird. In den letzten 20 Jahren wurde eine Kultur verändert. Genau das brauchen wir auch“, verdeutlichte Esken. 

Im zweiten Impulsvortrag bearbeiteten Günther Bubenitschek und Jochen Link vom WEISSEN RING das Thema „Digitale Gewalt: Prävention – Intervention – Hilfe für Betroffene“. Auch sie betonten, dass die Folgen digitaler Gewalt „mitunter tief in das Leben der Opfer eingreifen“. 
Die Referenten führten aus, dass die Mitarbeitenden des WEISSEN RINGS immer für Betroffene ansprechbar sind – als Lotse im Verfahren. Sie geben nicht nur Tipps, sondern helfen ganz konkret z.B. durch die Vermittlung im Netzwerk. Auch Begleitungen zu Vernehmungen bei der Polizei oder der Justiz sind konkrete Möglichkeiten der Hilfe. So gibt es im Bedarfsfall ganz unbürokratisch einen Scheck für eine Erstberatung in einem Rechtsanwalt. 

Den zweiten Teil am Nachmittag bildeten zwei Workshops: “Bildbasierte Gewalt – erkennen und handeln“ sowie „Digitale Gewalt – Prävention – Intervention – Hilfe für Betroffene“.

Mit einem gemeinsamen Rückblick endete der sehr gut organisierte Fachtag. Die Teilnehmenden äußerten sich durchweg sehr positiv und dankbar. Ein großer Dank galt auch den Verantwortlichen des Ringhofs und dem Helpfest Schapbach e.V., das durch seine Spende einen Teil der Kosten übernahm.

Text:
Ulrike Schweizer (FrauenHilfe Freudenstadt), Jochen Link, Günther Bubentischek (WEISSER RING)

 

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