Heidelberger Symposium - Panel Häusliche Gewalt (Foto: Petra Florack-Iredale)
Häusliche Gewalt betrifft alle – alle Generationen, alle Schichten, alle Geschlechter. Es ist ein Thema mitten in der Gesellschaft, das aus der Tabuzone herausgeholt und noch stärker ins Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden muss. Deshalb war zum 37. Heidelberger Symposium mit dem Leitthema „KrisenFest?“ auch der WEISSE RING eingeladen.
Unter dem Titel „Nähe als Risiko?!“ diskutierten der Landespräventionsbeauftragte Günther Bubenitschek sowie die Mitarbeiterin der Außenstelle Heidelberg, Roswitha Hilgenstock mit Mila Bähr vom Heidelberger Verein Frauen helfen Frauen und dem Publikum unter Moderation Johannah Illgner. Einig war sich die Runde, dass es eines guten Netzwerkes bedarf – unter Einbindung der Politik – um Betroffenen zielgerichtet helfen zu können. Überdies gelte es die Zivilcourage aller zu stärken, weil Häusliche Gewalt passiert mitten unter uns und überall.
Der WEISSE RING konnte sich als starker, kompetenter Netzwerkpartner präsentieren und den zahlreichen Teilnehmenden die Hilfemöglichkeiten und die Lotsenfunktion für Betroffene auf niederschwelliger Basis darlegen. Wichtiger Aspekt der Diskussion war auch der aktuelle Stand der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (Fußfessel). Im Polizeigesetz ist eine Beratungspflicht für Täter vorgesehen, die aber auf Grund der dünner werdenden Beratungslandschaft schwer umzusetzen sein könnte. Roswitha Hilgenstock beschrieb sehr anschaulich die praktische Arbeit mit Betroffenen vor Ort als Lotsin im Verfahren. In der abschließenden Fragerunde in der Aula der Universität Heidelberg kamen auch Betroffene zu Wort. Deutlich wurde, dass gerade diese Fälle von Gewalt den nicht nachlassenden Einsatz erfordern.
Text: Petra Florack-Iredale, AS Heidelberg, 10.06.2026